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Was ist Mental Load?

  • Autorenbild: LANA
    LANA
  • 4. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Mai

Im heurigen Jahr gliedern sich die Themen des LANA Kernteams 2026 in drei Fokusthemen. Das erste Thema ist Mental Load - die unsichtbare Belastung, die oftmals von Frauen übernommen wird. Als Einstimmung in die Events, die wir zum Thema Mental Load planen, beschäftigt sich das Kernteam näher mit dem Begriff und wir erforschen unsere eigene mentale Last. 


Mental Load dekoratives Bild

Was ist Mental Load eigentlich?

Der Begriff wird in den letzten Jahren immer öfter verwendet und bedeutet auf deutsch „mentale Last" oder wird als „unsichtbare Arbeit" bezeichnet. Er beschreibt die ständige, unsichtbare geistige Arbeit, die notwendig ist, um einen Haushalt, eine Familie oder ein Projekt am Laufen zu halten.


Es geht dabei nicht nur um die aktive Ausführung von Aufgaben, sondern um die ganze Planung und Organisation die dem Vorausgeht. Das “an alles denken”, “alles dabeihaben” und “auf alles vorbereitet sein”.


Oft wird Mental Load mit der Hausarbeit verwechselt, aber der entscheidende Unterschied liegt in der Verantwortung der Aufgabe

Die Aufgabe: „Ich muss die Wäsche waschen." (Das ist eine Aktion).

Der Mental Load: „Ich merke, dass der Wäschekorb voll ist und das Waschmittel bald leer ist. Außerdem muss das Waschmittelfach gereinigt werden, da die Wäsche beim letzten Mal nicht frisch gerochen hat. Oder ich muss mir merken, welches Kind wann welche Kleidung sauber wieder benötigt, um rechtzeitig zu waschen.”


Durch die Comics von “Emma” einer französischen Cartoonzeichnerin wurde der Begriff bekannt. Darin versucht eine Frau Abendessen für ihre Familie und Freunde zu kochen, doch alles geht schief. Als ihr Mann sie konfrontiert, was sie für ein Desaster gemacht hat, antwortet sie: “Ich habe doch alles gemacht”. Daraufhin verteidigt sich der Mann: "Aber du hättest doch bloß fragen müssen, ich hätte dir doch geholfen.” Durch die Comics wird ersichtlich, dass der Mann sich nicht für seinen Haushalt mitverantwortlich fühlt. Er möchte angewiesen und um Hilfe gebeten werden, anstatt aktiv Aufgaben zu erkennen und diese zu übernehmen. 


Jemand, der den Mental Load trägt, trägt also die Gesamtverantwortung. Wenn jemand anderes die Aufgabe übernimmt („Ich mache die Wäsche"), muss der Träger des Mental Loads oft auch noch Anweisungen geben („Wo ist das Waschmittel? Wie heiß darf man diese Wäsche waschen?") oder die Kontrolle behalten („Hast du wirklich alles gewaschen?"). 




Frau mit vielen ToDos

Wo entsteht Mental Load?

Bei Familien entsteht es zumeist in der Familienorganisation: Geburtstage im Kalender eintragen, Geschenke überlegen, Termine bei Ärzten vereinbaren, an Besorgungen für die Schule oder an passende Kleidung für die Kinder denken.


Aber auch in Partnerschaften ohne Kinder entsteht Mental Load durch das Haushaltsmanagement: Wissen, was noch an Lebensmitteln vorhanden ist und eine Einkaufsliste schreiben, bzw. einen Essensplan für die Woche schreiben. Wissen, wann welcher Müll abgeholt wird und diesen rechtzeitig hinausstellen. 


Mental Load in der Partnerschaft bedeutet auch die Pflege der sozielen Beziehungen: An Freunde denken, die man lange nicht gesehen hat; Geburtstagsgrüße schicken; Familienfeiern organisieren.




Warum ist Mental Load so problematisch?

Weil Mental Load im Kopf passiert, wird das “daran denken” oft nicht als „Arbeit" anerkannt. Die ständige kognitive Anspannung des Daran-denkens führt zu chronischem Stress, Schlafproblemen und kann sogar bis zum Burnout führen. Das Gehirn hat keine Ruhepause mehr, weil es ständig im Hintergrund Aufgaben sortiert. Wenn eine Person ständig alle Entscheidungen treffen muss, kann dies zu Frustration und dem Gefühl führen, nie wirklich frei zu sein.


Mental Load kann in verschiedenen Kulturen ganz anders aussehen. Studien zeigen allerdings, dass es vor allem die Frauen sind, die diesen Anteil unverhältnismäßig hoch tragen, auch wenn beide Partner Vollzeit arbeiten. Mental Load ist eine unsichtbare Arbeit, die nicht bezahlt wird. In vielen Kulturen wird erwartet, dass die Frau sich einfach um den Mental Load zu kümmern hat, dabei wird sie aber alleine gelassen. 


Es ist deshalb sehr wichtig, dass wir anfangen den Mental Load zu erkennen, zu sehen und zu teilen - damit diese unsichtbare Arbeit auch wertgeschätzt wird und die unsichtbare Last von den Personen innerhalb einer Familie oder Partnerschaft aufgeteilt wird.




Wie sieht der Mental Load bei uns aus?

Nach so viel allgemeinem Wissen nahmen wir uns im Kernteam Zeit, zuerst alleine und dann im Tandem dem eigenen Mental Load nachzugehen. Wir erstellten Listen unserer Aufgaben und tauschten uns darüber aus. Nachdem viele von uns zum ersten Mal mit dem Begriff in Kontakt gekommen sind, ist es uns wichtig jetzt die nächsten Schritte zu planen.



Bei unseren Events wollen wir uns heuer näher mit dem Thema befassen. Zuerst am 8. Mai, wenn es darum geht bei “Kopf frei” mit Psychologin Martina Prantner nach Strategien zu suchen, den Mental Load zu verringern - und weiters am 23. Juni, wenn wir beim Impro Theater lernen, wie wir unseren Mental Load sichtbar machen und besser kommunizieren können. Wir freuen uns, wenn ihr mit dabei seid. 



Bilder generiert mit wix AI


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