Einblicke ins Kernteamtreffen: Gemeinsam kulturelle Unterschiede verstehen
- LANA
- 12. Sept.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Nov.
Unser LANA Kernteamtreffen im September bot viele spannende Einblicke. Nach einem
stürmischen Wiedersehen nach der Sommerpause haben wir uns gemeinsam auf die
Gruppenarbeit eingestimmt und ein bisschen von unserem jeweiligen Sommer erzählt.
Danach stellten uns die Eventteams der nächsten LANA Events den aktuellen Status ihrer
Planung vor und wir besprachen allfällige Planungsthemen.
Bei jedem Kernteamtreffen gibt es die Möglichkeit den Eröffnungsbeitrag aus dem Team
zu gestalten. Bisher hatten wir schon spannende Yoga Einheiten und Spiele zum besseren
Kennenlernen in der Gruppe. Diesmal beschäftigten wir uns mit unserer Website, die
überarbeitet wurde und sahen uns bei einem kurzen SEO Intro (=Suchmaschinen
Optimierung) an, wer im Internet nach uns sucht und wie wir am Besten gefunden werden.
Anschließend gab es etwas zum Mitmachen und Diskutieren: die Auseinandersetzung mit
Erin Meyers Culture Map. Dieses Modell hilft Teams, kulturelle Unterschiede sichtbar zu
machen und stellt sie auf einer Skala von - bis dar. Mit der Culture Map wird versucht
ganze Länder anhand ihrer vorherrschenden Werte und Normen auf solch einer Skala
einzusortieren.
Die Culture Map – kulturelle Unterschiede sichtbar machen
Erin Meyer beschreibt in ihrem Buch The Culture Map verschiedene Dimensionen, die
kulturelle Unterschiede im Arbeitsalltag erfassen – zum Beispiel, wie direkt Feedback
gegeben wird, wie Entscheidungen getroffen werden oder wie stark Hierarchien betont
sind.

Unser Praxisteil: Wo stehe ich?
Nach einer kurzen Einführung in die Theorie wurde es praktisch: Wir haben uns selbst auf
einer Linie positioniert, je nachdem, wo wir uns persönlich einordnen würden. Das führte
nicht nur zu spannenden Diskussionen, sondern auch zu einigen Aha-Momenten.
Wer sieht sich eher auf der Seite der direkten Kommunikation, wer empfindet sich
eher als indirekt? Sind dies Dinge, die wir erlernt haben oder sind diese intrinsisch
verankert?
Wie gehen wir mit Feedback um – lieber offen und direkt oder vorsichtig und
diplomatisch?
Und wo ordnen wir uns beim Thema Vertrauen und Offenheit ein – sind wir
herzlich und offen oder brauchen wir Zeit uns zu öffnen?
So diskutierten wir beispielsweise die Gastfreundschaft verschiedener Kulturen. Eine
Teilnehmerin erzählte, dass es in der bosnischen Kultur gängig sei, dass man zum Essen
eingeladen würde, wenn man während der Essenszeit das Haus einer Familie betritt. Als
ihre Familie nach Österreich gezogen ist, hat dies für viel Verwirrung gesorgt, weil es dort
nicht unbedingt üblich ist, dass man Gästen auch etwas zu essen anbietet, wenn man
gerade isst.
In der Diskussion haben wir gelernt, dass es auch nicht immer ein kulturelles Thema ist,
sondern auch ein generationales. Ältere Menschen, unsere Eltern und Großeltern haben
sehr oft noch ein ganz andere kulturelles Verständnis und sehen Dinge als gegeben an,
die für uns gar nicht mehr gegeben sein müssen. Auch zwischen den Generationen
verändern sich die Normen und Werte, die wir als wichtig betrachten.
In unserer Diskussion haben wir ganz deutlich gemerkt, dass die traditionelle Familie, und
traditionelle Rollenbilder in den Augen unserer Eltern ganz anders wahrgenommen
werden als von uns.
Was wir daraus mitgenommen haben
Die Übung hat uns gezeigt: Missverständnisse entstehen oft durch unterschiedliche
kulturelle oder persönliche Prägungen. Man erwartet etwas und die Erwartung wird
nicht erfüllt. Das kann Verwirrend sein und eventuell auch einen Konflikt erzeugen. Indem
wir uns unserer Positionen bewusst werden, können wir besser einschätzen, wie die
anderen ticken – und wie wir unsere Zusammenarbeit so gestalten, dass sich alle abgeholt
fühlen.
Das Kernteamtreffen hat uns einmal mehr vor Augen geführt, wie wichtig es ist, offen
über Unterschiede zu sprechen. Wenn wir verstehen, warum sich jemand anders
missverstanden oder nicht respektiert fühlt, können wir etwas dagegen tun, Inklusion
schaffen und eine Atmosphäre, in der sich alle wohl fühlen.



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