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Workshop: Kopf frei - Mental Load reduzieren

  • Autorenbild: LANA
    LANA
  • vor 7 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Unser erstes Event 2026 beschäftigt sich mit dem Thema Mental Load. Wie bekommen wir den Kopf wieder frei und wie können wir uns gegenseitig helfen, unsere mentale Last - den Mental Load - zu reduzieren?


Der Workshop am 08. Mai beginnt mit einer kleinen Traumreise als Einstimmung. Denk einmal daran, was du heute alles auf der ToDo Liste stehen hast. Was hast du gedacht, als du dich auf den Weg zum Workshop gemacht hast? So beginnen wir in uns im Kreis in das Thema einzudenken. 



Mag. Martina Prantner, als klinische Psychologin in der Kinder- und Jugendberatung, erzählt uns heute etwas über Mental Load und wie man den Kopf wieder frei bekommen kann. Die meisten wissen bereits, was das ist, zur Sicherheit gehen wir aber nochmals auf den Begriff ein. Mental Load ist keine Aufgabe. Mental Load ist das daran denken, das Verantwortlich sein und sich Verantwortlich fühlen. Wir lernen, dass Mental Load oft nicht in allen Bereichen eines Lebens gleich ist. Oft ist er im Familienleben größer als im Job. Liegt es daran, dass die Rollen im Job klarer gefasst sind? Eventuell kann ich mich im Job besser abgrenzen und nein sagen als zuhause, vor allem als Mutter. Oder nehme ich mir zuhause unbewusst Themen und ToDos, um mir damit eine Rolle zu geben?


Damit nähern wir uns bereits einem kritischen Thema an. Frauen sind oft anders sozialisiert als Männer. Sie orientieren sich stärker an Empathie und fühlen sich zuständig für die Stimmung und das Miteinander einer Gruppe. Die Gesellschaft erwartet, dass eine Frau sich kümmert - meist soll sie sich aufopfern für andere - aber nicht an sich selbst denken. 

Durch den emotionalen Fokus kommt es oft vor, dass Frauen sich automatisch in die Rolle derjenigen einfinden, die an alles denkt - damit es allen gut geht. Sie verinnerlichen diese Rolle und beziehen es persönlich auf sich, wenn es jemandem nicht gut geht. Die Gefühle anderer Menschen ausgleichen zu müssen, führt zu sehr viel innerem Stress und Belastung.


Das Gehirn mag kein Multi-Tasking

Frauen nennt man oft die Multi-Taskerinnen. Eigentlich ist unser menschliches Gehirn jedoch nicht darauf ausgelegt, mehrere Aufgaben auf einmal zu tun. Multi-Tasking handelt eigentlich gegen unsere menschliche Natur als serielle Wesen und führt zu besonderer Anstrengung, wenn man ständig versucht mehrere Dinge auf einmal zu machen. Auch wenn Aufgaben erledigt werden, erreicht das Gehirn keine Entspannung, denn es sind noch weitere Aufgaben offen. Der Körper und das Gehirn sind so dauerhaft aktiv, wie bei einem Computer, der mehrere Sachen auf einmal erledigt. Der Stress lässt sich irgendwann nicht mehr ausschalten und baut sich immer weiter und weiter auf. Lösen kann man das nur, indem man beginnt Pausen zu machen und mit dem Multi-Tasking aufhört. Auch dann, wenn noch nicht alles erledigt ist, sollte man viele kleine Pausen einbauen, damit das Gehirn wieder abschalten kann und sich entspannt.


Fokussiere dich auf die schönen Momente

Um dies zu lernen machen wir gemeinsam eine Übung und überlegen jede für sich, was kleine Momente sind, die uns gut tun. Welche schönen Momente kann man über den Tag verteilt sammeln, um das Schöne zu vermehren, anstatt die ToDos? Uns fallen so einige Dinge ein: barfuss durch das Gras laufen, einen Kaffee genießen, einen Spaziergang unternehmen, an die frische Luft gehen, etc.



Ein kleines Alltagsritual könnte auch sein, dass wir uns zwei Schüsseln mit Steinen oder Murmeln auf den Schreibtisch stellen. Immer, wenn etwas Schönes passiert, dann wandert ein Stein in die andere Schüssel. Am Abend sehen wir, wie viele sinnhafte Momente der Tag hatte, die nicht an ToDos gebunden sind und lernen dabei umzudenken. Unser Gehirn fokussiert sich wieder auf die Schönen Dinge anstatt auf die noch offenen Aufgaben. Das Umdenken ist sehr wichtig, lehrt uns Martina: das Gehirn muss täglich üben, eine andere Perspektive einzunehmen, bis es irgendwann in den Alltag übergeht.


Den Mental Load der offenen Aufgaben reduzieren

Zuerst ist es wichtig, dass wir unseren eigenen Mental Load einmal erkennen. Dazu kann es hilfreich sein, alle ToDos einmal aufzuschreiben. Dann sollten wir uns kritisch damit auseinandersetzen. Was davon ist wirklich notwendig, was nicht? Was erfülle ich nur, damit ich das Gefühl habe “fleissig” zu sein, anstatt faul? Was kann auch jemand anders übernehmen? Welche Aufgabe kann man einfacher lösen (anstatt einen Kuchen für den Kindergeburtstag zu backen, kann ich auch einen kaufen).


Sehr schwierig kann es sein Aufgaben zu delegieren. Es ist aber oftmals nur eine Frage der Übung und braucht etwas Mut, damit wir dies für uns einfordern. Eventuell bin ich nicht zu 100% damit zufrieden, wie mein Partner das Geschirr abwäscht. Aber das ist mein Gefühl der Kontrolle, das hier arbeitet. Wenn ich akzeptiere, dass es nicht perfekt ist, kann ich trotzdem lernen loszulassen und eine Aufgabe in die Verantwortung anderer abgeben. 


Hier kann es helfen, wenn man im Hasuhalt oder der Familie einen gemeinsamen Putzplan erstellt und jeder Aufgaben selbstverantwortlich übertragen bekommt. Für den Einkauf kann man sich eine Einkaufslisten-App herunterladen, auf der jedes Familienmitglied selbst eintragen soll, was eingekauft werden muss. So lernen auch die Kinder Verantwortung zu übernehmen und die Last des Mitdenkens wird über alle Familienmitglieder gerecht verteilt. 


Generell ist es ganz wichtig, dass wir als Frauen und Mütter zu unserem Selbstwert finden. Es muss nicht immer jeder andere zuerst kommen. Ich darf auch als Frau und Mutter zuerst kommen und mir einen Moment der Ruhe gönnen, bevor ich etwas für jemand anderen tue. Im Workshop lernen wir das Mantra: “Ich darf jetzt wichtig sein, auch wenn noch etwas zu tun ist. Ich bin auch wichtig. Ich kümmere mich auch um meine Bedürfnisse."


Wir haben im Workshop sehr viel miteinander gesprochen und Erfahrungen ausgetauscht. Martina als Vortragende und Katharina, die Eventorganisatorin aus dem LANA Kernteam, haben es sich zur Aufgabe gemacht eine wertschätzende Atmosphäre zu schaffen, in die sich jede Workshop Teilnehmerin einbringen darf. Jede von uns durfte Fragen stellen und von ihren eigenen Erlebnissen erzählen. Und natürlich tauschen wir auch Tipps und Tricks miteinander aus.


Zum Abschluss machen wir noch eine gemeinsame Meditationsübung. "Stell dir vor, du sitzt an einem Fluss unter einem Baum. Jede Aufgabe, die dich belastet, legst du auf ein Blatt des Baums und schickst sie den Fluss hinunter. Schon bald leert sich dein Geist." Was für ein tolles Gefühl!


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